Journal

25. Dezember 2021

2021


Ihr schönen Menschen.

Diesen Text zu verfassen, fiel mir unglaublich schwer. Lange Zeit war ich nicht sicher, ob ich mir einen wie auch immer gearteten Jahresrückblick nicht komplett sparen soll. Denn es bleibt unterm Strich nichts anderes übrig als die bittere Bilanz: 2021 war ein extrem hartes Jahr.

Und natürlich ist einer der Hauptgründe zumindest euch allen längst bewusst, auch wenn wir für die Entscheidungsträger unseres Landes komplett unsichtbar geblieben sind. Die Probleme der freiberuflich Kunstschaffenden werden einfach nicht gesehen. Statt auf Bühnen zu begeistern, fühlen wir uns mehr und mehr wie Geister. Unsichtbar. Aber ihr seht uns. Das tut gut.

Wenn allerdings für uns in wenigen Wochen das dritte Jahr der erzwungenen Live-Asp… Abstinenz anbrechen sollte, dann bliebe ungläubiges, schockiertes Schweigen.

Damit aber nicht genug: Es ist Zeit, es euch zu offenbaren: Alles, was ich versucht habe, um die Band ASP weiter am Leben zu halten, alles, was ich mir ausgedacht habe, um den Lebensunterhalt zu sichern, wurde von Außeneinwirkungen torpediert. Ob es nun an Corona liegt oder an den Lieferketten der liebevoll gestalteten Produkte, die ich produzieren ließ, um über die Runden zu kommen, alles bedeutete doppelt so viel Arbeit, viermal so viel Zeit und 50 x so viel Stress.

Einige gesundheitliche Tiefschläge taten ihr Übriges, und über die Feiertage möchte ich nur noch schlafen, schlafen, schlafen …

Einzelheiten werde ich euch allen (und mir selbst) ausnahmsweise einfach mal ersparen, denn sicher seid ihr von all dem Gejammer schon selbst ganz ermattet. Das wollen wir nicht.

Lasst uns also gemeinsam einen Rückblick wagen, der sich auf die schönen Dinge konzentriert, ganz gleich unter welchen dramatischen Umständen sie teilweise entstanden sind!

Lasst uns die wundervollen Momente feiern, die es in diesem schwarzen Jahr gab. Sie scheinen umso heller, je tiefer die Dunkelheit war, in der sie ihre Leuchtkraft entfalten durften.

Euer Asp

Was bisher geschah:

Das Jahr 2021 startete mit einem Feuerwerk in Form der Veröffentlichung des Mammut-Werkes „Horror Vacui – Dichter Am Abgrund“, der ultimativen Songtexte-Sammlung von Asp Spreng mit vielen begleitenden Texten, Erläuterungen und Geschichten aus dem ASP-Kosmos.





Doch auch nach diesem Schwergewicht wurde es „nicht still“ im Hause ASP. Erst durften wir zu Stiften greifen und selbst Hand anlegen auf einer Reise durch phantastische Welten, bevor wir im Frühjahr ein waschechtes Einhorn durch die Wälder huschen sehen konnten. 

Im Sommer begaben wir uns schließlich auf eine Zeitreise und erinnerten uns mit vielen Aktionen an die einzelnen Kapitel des Fremder-Zyklus – mit speziellen Shop-Geschenken, tausenden von handgeschriebenen Songzitaten genauso wie mit langen gemeinsamen Gesprächen in den Chats zu den Read-Along-Videos. Ein Experiment, das Lust machte auf mehr und das uns allen ein bisschen von dem lang vermissten Wir-Gefühl zurückgab. 

Damit nicht genug: Im August sind wir alle der ersten Vinyl-Veröffentlichung von „Astoria“ und „Fassaden“ VERFALLEN. Außerdem wurde „fremd“ zehn Jahre alt, was wir ebenfalls mit einem Vinyl-ReRelease feierten.

 

Scheinbar nebenbei entstand auch noch ein neues Lyrics-Video – nach dem Willen der Fans zu „Per Aspera Ad Aspera“. 

Immer größer wurde die Vorfreude auf das neue Doppelalbum „ENDLiCH!“, und wir durften den ersten musikalischen Vorboten in Form der „Raise Some Hell Now!“-Single nicht nur hören, sondern auch anschauen, denn die Band drehte ein wunderbar-wildes Video zum Song. Die beiden rein digitalen Singles „Spät“ und „Ziel“ folgten und ließen bereits erahnen, wie groß die Vielfalt auf dem neuen Album sein würde. 


Ein neuer Bassist konnte gefunden werden, um für den aus gesundheitlichen Gründen leider den Bass an den Nagel hängenden Tossi einzuspringen: Lias Schwarz.  Asp schrieb einen interessanten Beitrag für das neue Tierbuch seines alten Kumpels Timo Wuerz, welches nun erschienen ist. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen ASP-Albums wurden für die Fans viele Stunden an Video-Material in Asps Bibliothek aufgenommen: Fan-Fragen, intensive Interviews und den Logbüchern ähnliche Track-by-Track Kurz-Clips. Diese wurden den Fans ohne Pay-Wall oder Mitgliedschaft gratis auf dem ASP‘schen Youtube-Kanal zur Verfügung gestellt. Ein Lyrics-Video zum viel beachteten Song „Echo“ wurde ebenfalls auf die Welt losgelassen.


Der Vorverkauf zu einer neuen Rock-Tour begann – und gleichzeitig das Hoffen und Bangen, dass diese Konzertreise tatsächlich stattfinden darf … wir warten mit angehaltenem Atem!

Und am 26. November war es so weit. Das Wichtigste, das Entscheidende: neue Musik aus dem Hause ASP.

ENDLiCH!

Mit Erscheinen des Albums wurde bekannt, dass Schmetterling und Fremder zusammengehören und zwei von drei Zyklen darstellen, die zur großen Flammenkreis-Saga gehören. Asp Spreng kündigte an, den dritten und letzten Teil, bestehend aus drei Alben, durch eine groß angelegte Crowdfunding-Aktion unterstützen zu lassen.

Zudem wurde angekündigt, dass ein Zwischenalbum mit musikalischen Horror-Kurzgeschichten und neues Material von Herumor erscheinen sollen.

Wenn alles klappt, heißt das also schon bald:
Fortsetzung folgt …